Nachhaltige Ernährung: Wie sie mit wenigen Tipps gelingt

Nachhaltige Ernährung: So gelingt sie im Alltag mit wenigen Grundsätzen Nachhaltige Ernährung: So gelingt sie im Alltag mit wenigen Grundsätzen

Lebensmittel kaufen, die umweltschonend, fair und tiergerecht produziert wurden: Nachhaltige Ernährung ist gar nicht so schwer. Ein paar Vorschläge dafür.

Was wir essen, trägt zum persönlichen Wohlbefinden bei, und da hat jeder einen anderen Geschmack. Wie sich die eigene Ernährungsweise auf Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Tierwohl auswirkt, ist heute aber zu einem wichtigeren Thema geworden. Und zuweilen steht man deshalb ratlos im Laden: Darf ich noch Fleisch essen? Sind eingeflogene Früchte verboten? Und ist es wirklich schlimm, Gewächshaus-Tomaten zu kaufen?

Die genannten Punkte sind tatsächlich ein paar Überlegungen wert:

Fleischproduktion

  • Pro Kopf und Jahr werden in der Schweiz durchschnittlich 52 Kilogramm Fleisch gegessen. Dies verursacht grosse Mengen Treibhausgase und verbraucht viel Energie sowie Wasser – mehr als 15 000 Liter pro Kilogramm Rindfleisch. Hinzu kommt nach Angaben der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung, SGE, der hohe Futtermittelverbrauch und die Tatsache, dass die Hälfte des Kraftfutters importiert werden muss. Für den grossflächigen Soja-Anbau werden Regenwälder abgeholzt und Kleinbauern um ihre Existenz gebracht.
  • Auf Fleisch zu verzichten, ist die umweltfreundlichste Variante. Dabei schneidet eine vegane Ernährung besser ab als eine vegetarische.
  • Berechnungen von Greenpeace zeigen jedoch: Eine nachhaltige Produktion wäre möglich, würde jeder nur noch 10 bis 15 Kilogramm Fleisch pro Jahr essen. Wichtig dabei ist zudem, nicht nur Edelstücke wie Filet zu konsumieren, sondern auch Ragout oder Innereien, damit von den Schlachttieren möglichst viel verwertet wird.

Herkunft und Produktionsbedingungen

  • Herkömmliche Gewächshäuser, die mit Strom, Gas oder Erdöl beheizt werden, haben nach WWF-Angaben eine schlechte Ökobilanz. Deshalb sind im Winter sonnengereifte Lebensmittel fürs Klima schonender als solche aus konventionell betriebenen Schweizer Gewächshäusern – selbst wenn die Produkte per Zug, Schiff oder Lastwagen transportiert wurden.
  • Wichtig ist ausserdem, auf eingeflogene Produkte wie Babybananen oder erntereife Papayas zu verzichten. Der Flugtransport von einem Kilogramm Lebensmittel belastet die Luft bis zu 100 mal mehr mit Treibhausgasen als ein Schiffstransport.
  • Wer auf all diese Aspekte achtet, kann die Umweltbelastung bei Früchten und Gemüse um das Acht- bis Zehnfache senken.

Abfall vermeiden

Wesentlich für einen nachhaltigen Konsum ist darüber hinaus, sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen. Diese zu produzieren, verursacht in der Schweiz fast 30 Prozent der Umweltbelastungen. Landen Esswaren im Abfall, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger verschwendet – und alle anderen Bemühungen um Nachhaltigkeit sind umsonst.

Der Appell richtet sich an alle: Jeder Einzelne wirft im Durchschnitt pro Tag 320 Gramm Esswaren weg – fast eine ganze Mahlzeit. Nur so viel einkaufen, wie man benötigt, übrig Gebliebenes verwerten und sich Reste im Restaurant einpacken lassen, sind deshalb ebenfalls wichtige Tipps für nachhaltige Ernährung (weitere Tipps siehe unten).

Abfall vermeiden sowie der Anbau eines Produktes oder Rohstoffes fallen stärker ins Gewicht als Lebensmittelverpackungen – diese machen im Schnitt zwischen 1 und 5 Prozent der Umweltbelastung aus. «Der Zero-Waste-Ansatz ist sicher gut und wir Konsumenten können auf viele Verpackungen verzichten», sagt Corina Gyssler von WWF Schweiz. Diese sorgen aber auch dafür, dass Lebensmittel länger halten. Was wiederum vermeidet, dass schlecht Gewordenes weggeschmissen werden muss. Wer Verpackungen und Plastikmüll reduzieren will: einen Stoffbeutel und eigene Behälter zum Einkaufen mitnehmen.

Nachhaltige Ernährung: Mit diesen Tipps gelingt es

  • Weniger Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte, dafür mehr pflanzliche Lebensmittel essen.
  • Regional einkaufen. Das spart lange Transportwege und unterstützt lokale Erzeuger und Verarbeiter. Dabei darauf achten, welche Früchte und Gemüse Saison haben und diese aus regionalem Freilandanbau kaufen.
  • Auf Umwelt- und Soziallabels schauen. Fairtrade-Gütesiegel garantieren Kleinbauern und Plantagenarbeitern existenzsichernde Löhne und grundlegende Arbeitsrechte. Andere Labels stehen für umwelt- und artgerechte Produktion oder nachhaltige Fischerei.
  • Schokolade und Kaffee bewusst geniessen, Produkte mit Labels bevorzugen.
  • Hahnenwasser trinken. Es ist von guter Qualität, günstig und ökologisch sinnvoll, denn zusätzliche Transportwege und Verpackungsabfälle werden vermieden.
  • Zu Fuss oder mit dem Velo einkaufen gehen.

Weitere Infos und Einkaufsratgeber für nachhaltigen Konsum:

Krankenkassen-Prämien 2021 auf einen Blick

Was möchten Sie nun lesen?

Gut betreut mit der CSS

Ernährung umstellen
Lernen Sie sich vielseitig, ausgewogen und vitalstoffreich zu ernähren.
Zum Angebot
Gesundheitskonto
Wir unterstützen Sie, gesund zu bleiben, und beteiligen uns an der Ernährungsberatung.
Mehr erfahren
Bluthochdruck
Was nun? Wir klären Ihre Fragen und helfen Ihnen mit einer kostenlosen Beratung.
Jetzt anmelden