So gesund sind Bitterstoffe

So gesund sind Bitterstoffe So gesund sind Bitterstoffe

Die herbe Enttäuschung oder das bittere Ende – sowohl in unserem Sprachgebrauch wie auch auf dem Speiseplan verknüpfen wir den bit­teren Geschmack mit etwas Negati­vem. Zu Unrecht! Denn Bitterstoffe bringen unsere Verdauung in Schwung.

Warum sind Bitterstoffe so gesund?

Bitterstoffe sind vor allem deshalb so gesund, weil sie den ganzen Magen-Darm-Trakt anregen. Sie fördern die Produktion von Speichel sowie der Ver­dauungssäfte in Magen, Leber, Gallen­blase, Bauchspeicheldrüse und Darm. Auf unseren Körper haben Bitterstoffe deshalb eine wohltuende und vitalisierende Wirkung. Zudem können Bitterstoffe entzündungshemmend, entgiftend, antioxidativ und krampflösend wirken.

Wirkung von Bitterstoffen auf einen Blick:

  • Bitterstoffe regen generell die Verdauung an. Das tut vor allem vor und nach fettigen sowie schweren Mahlzeiten gut.
  • Bei Beschwerden wie Blähungen, Verstopfungen, Sodbrennen (oder Magenbrennen) oder chronischen Darmerkrankungen können Bitterstoffe helfen.
  • Bitterstoffe können den Appetit zügeln und beim Abnehmen helfen.
  • Bitterstoffe können Heisshunge­rattacken stoppen, da ein Hormon freigesetzt wird, das dem Gehirn signalisiert, mit dem Essen aufzuhören.
  • Bei äusserlicher Anwendung können Bitterstoffe entzündungshemmend wirken und gegen Akne und Neurodermitis angewendet werden.

In welchen Lebensmitteln stecken Bitterstoffe?

Bitterstoffe stecken in sehr vielen Lebensmitteln, vom Grünkohl über das gemeine Gänseblümchen bis zu speziellen italienischen Radicchio-Sorten. Um sich an den bitteren Geschmack heranzu­tasten, lässt sich eine leicht bittere Note mit Senf im Salatdressing, mit Lattichsalaten aber auch Olivenöl und Sesampaste in unsere Mahlzeiten bringen. Mit einem stärkeren Bittergeschmack warten Kreuzblütler wie die Kohlsorten, aber auch Rettich, Kresse, Rucola und Artischocke auf. Wer es so richtig bitter mag, dem seien Zichorien-Salate sowie Wildkräuter angeraten.

Lebensmittel mit gesunden Bitterstoffen

Aufsteigend von leicht bitterem bis stark bitterem Geschmack:

  • Lattichsalate wie Kopf-, Eisberg-, Bataviasalat sowie Lollo rosso und bionda
  • Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarin, Minze, Oregano und Thymian
  • Sesampaste
  • Oliven und Olivenöl
  • Rettich, Meerrettich, Wasabi und Radieschen
  • Garten-, Brunnen-, Kapuzinerkresse
  • Rucola
  • Artischocke
  • Schwarzer und weisser Senf
  • Zitrusfrüchte wie Grapefruit, Pampel­muse, Bitterorange und das weniger bekannte Cedro (Zitronatzitrone)
  • Sorten von Kohl wie Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Federkohl, Pak Choi, Chinakohl, Cima di Rapa
  • Zichoriensalate wie Radicchio, Chicorée Endivie
  • Wildpflanzen wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Scharfgarbe, Beifuss, Knoblauchsrauke

Wildgemüse und Wildkräuter

Über die letzten Jahrhunderte von den Landwirten aber heute auch verstärkt von der Lebensmittelindustrie werden Gemüse- und selbst Fruchtsorten mit immer weniger Bitterstoffen gezüchtet. Süsser Geschmack lässt sich einfacher verkaufen als bitterer. Deshalb sei hier der Griff zum Wildgemüse und den Wildkräutern angeraten. Diese enthalten nicht nur mehr Bitterstoffe, sondern zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe, sekun­däre Pflanzenstoffe und schmecken aromatisch.

Bitterstoffhaltige Getränke

Auch in Bier oder Wein stecken Bitter­stoffe. Zudem gibt es alkoholische Bitter­getränke, die zum Aperitif oder Digestif serviert werden. Auch wenn hier Bitterstoffe ihre positive Wirkung ebenfalls entfalten, hebt der für die Gesundheit schädliche Alkohol diese Wirkung wieder auf. Empfehlenswert sind deshalb eher Tees, Säfte oder Smoothies sowie Kaffee. Vor allem grüner Tee gilt als besonders gesund.

Warum essen Kinder nicht gerne bitter?

Kaum ein Kind greift gern zum Rosenkohl. Dafür gibt es 2 Gründe:

  1. Kinder schmecken mehr
    Auf unserem Zungenrücken aber auch dem Gaumen sitzen Geschmacks­knospen. Während Babys noch mit bis zu 10'000 Geschmacksknospen schmecken, kommen Seniorinnen oder Senioren nur auf um die 4'000. Unser Geschmacks­empfinden verliert also mit den Jahren an Sensibilität. Wir nehmen bittere Geschmäcker in jungen Jahren intensiver wahr als im Erwach­senenalter. Ausserdem lernt unser Geschmackssinn mit der Zeit dazu und gewöhnt sich auch an bittere Geschmacksnuancen.
  2. Unser Instinkt warnt vor bitterem Geschmack
    Bitterer Geschmack lässt uns instinktiv erst einmal zurückschrecken. Das liegt daran, dass die Evolution den bitteren Geschmack als Hinweis auf unreife, verdorbene oder sogar giftige Nahrungsmittel in unserem Gehirn gespeichert hat. Von Natur aus greifen wir deshalb eher zu Süssem, Salzigem oder Umami. Diese Geschmäcker versprechen unserem Körper die fürs Überleben so wichtigen Kohlenhy­drate, Mineralstoffe sowie tierische und pflanzliche Proteine. Die Lebensmittelindustrie macht sich diese instinktive Reaktion unseres Körpers zunutze. So werden vor allen Dingen verarbeitete Lebensmittel mit grossen Mengen Zucker oder Salz versetzt. Sauer findet sich wenig, bitter kaum.
Scharf ist kein Geschmack, sondern eine Schmerzreaktion unseres Körpers.

Der Bitterwert

Bitterer Geschmack lässt sich nicht objektiv messen, jeder Mensch nimmt Geschmäcker anders wahr. In der Pharmazie jedoch wird der sogenannter Bitterwert ermittelt. Die Skala beginnt bei dem gerade noch wahrnehmbaren Bittergeschmack eines Inhaltsstoffes der Chinarinde. Die bitterste, natürliche Substanz der Welt heisst Amarogentin. Dieses kommt in manchen Enzianarten vor und bringt es auf einen Bitterwert von 58'000'000.


Quellen:

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